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Unsere Erde dreht sich mit etwa 464 Metern pro Sekunde (1670 km/h) um die Erdachse. In den mittleren Breiten, zum Beispiel in Deutschland, ist es etwas langsamer.

Wenn Du den Sternenhimmel und die Milchstraße fotografieren möchtest, kommt irgendwann der Zeitpunkt, ab dem die Sterne, aufgrund der Drehung, Spuren ziehen.

Doch mit der richtigen Belichtungszeit bekommst du schöne, punktförmige Sterne.

Heute verrate ich Dir, welche Belichtungszeit Du brauchst um den Sternenhimmel zu fotografieren und das es im Internet viele Halbwahrheiten zu dem Thema gibt.

Einleitung

Sternenspuren sind cool, nur nicht bei der Milchstraßen Fotografie!

Als ich angefangen habe mich für das Themen Milchstraßen bzw. Astrofotografie zu interessieren, habe ich überall Artikel im Internet gefunden, die von der 500 Regel sprechen.

Was, 500er Regel?

Sternenhimmel fotografieren - Belichtungszeit: Sternenspuren / Startrails - www.matthias-foto.de

Sternenspuren / Startrails

Pro Foto 30 Sekunden Belichtungszeit, über insgesamt 1,5 Stunden.

Kurz erklärt – die 500er Regel

500 geteilt durch die Brennweite deines Objektives.

Beispiel: 500 / 18 mm = 27,7777 Sekunden

Somit soll eine Belichtungszeit von 27 Sekunden möglich sein.

Einfach, oder?

Die 500er Regel bezieht sich aber auf Kameras mit Vollformat Sensor.

Ich hab APS-C … was nun?

Man nimmt anstelle des Faktors 500, den Wert 300.

Beispiel: 300 / 12 mm* = 25 Sekunden

*12 mm x 1,5 (Crop Faktor APS-C) = 18 mm.

Theorie und Praxis

Wenn ich mit meiner Fuji X-T10 und dem 12 mm Objektiv von Samyang, die Milchstraße mit 25 Sekunden fotografiere, bekomme ich an den Bildrändern Sternenspuren.

Ich habe das ganze schon ein paarmal getestet und komme am Ende auf eine Belichtungszeit von maximal 20 Sekunden.

Dann sind die Sterne noch scharf!

Was sagt uns das?

Die 500er Regel ist Blödsinn. Ganz einfach!

Jens aka Mr. Sony hat Vollformat. Mit 18 mm Brennweite sollte er 27 Sekunden belichten können.

Fakt ist: Er fotografiert mit 12 – 15 Sekunden, um überall im Bild punktförmige Sterne zu haben … ok, Jens ist ein kleiner Pixel-Peeper ;).

Woher kommt nun die Differenz von fast 10 Sekunden?

Problemanalyse

Durch einen Zufall bin ich dann auf die NPF Formel gestoßen, an welcher man das Problem recht gut ableiten kann.

Wenn man den Sternenhimmel fotografieren möchte, haben 2 Dinge einen großen Einfluss auf die Belichtungszeit:

a) die Sensorgröße und b) die Anzahl der Pixel auf dem Sensor.

Das interessante ist nämlich, umso größer der Pixel auf dem Sensor ist, desto länger kann belichtet werden!

Und das ist der 500 Regel mal so was von egal.

Ist ja auch nur ein Anfangswert, muss man ausprobieren, auf Instagram funktioniert das … bla, bla, bla.

Was sind das den für Aussagen? Ich hab eine konkrete Frage und bekomme als Antwort eine Schätzung?

Zeitverschwendung!

Dabei gibt es doch jemanden, der sich Gedanken gemacht hat und die NPF Formel veröffentlicht hat.

Lösung – die NPF Formel

Diese Formel berücksichtigt alles wichtigen Faktoren wie: Sensorgröße, Pixel Anzahl Pixel Größe und noch ein paar mehr.

Detaillierte Informationen gibt es bei der französischen Société Astronomique du Havre (SAH), welche die NPF Formel publiziert haben + einen Online-Rechner für die Belichtungszeit!

Etwas einfacher und auf deutsch, ist die vergleichbare Erklärung auf dem Clear Sky Blog.

Da die Webseite Société Astronomique du Havre auf französisch ist, muss man sich etwas durchfummeln, wenn man den Online-Rechner benutzen möchte.

Ein Beispiel mit dem Online-Rechner: Fuji X-T10 und Samyang 12 mm.

1. Auswahl des Herstellers und der Kamera

Sternenhimmel fotografieren: NPF Online-Rechner (SAH): Auswahl Kameramodell - www.matthias-foto.de

2. Auswahl der Brennweite und der Blende 

Sternenhimmel fotografieren: NPF Online-Rechner (SAH): Auswahl Brennweite und Blende - www.matthias-foto.de

3. Ergebnis des online Rechners

Sternenhimmel fotografieren: NPF Online-Rechner (SAH) Ergebnis - www.matthias-foto.de

Und wie man sieht, entsprechen die 17,8 Sekunden in etwa meiner Erfahrung von max. 20 Sekunden Belichtungszeit!

Fazit – Sternenhimmel fotografieren

Wenn Du den Sternenhimmel mit APS-C fotografierst, sollte Deine Belichtungszeit nicht mehr wie 20 Sekunden, bei Vollformat (z. B. Sonay A7 II) nicht mehr wie 15 Sekunden betragen.

Natürlich variiert das je nach Kamera und Sensor, dafür hast Du ja jetzt den NPF Online-Rechner ;)

NPF Online-Rechner  (Achtung: kein https Link)

Und für deine Instagram Bilder kannst du auch ohne Probleme mit einer Belichtungszeit bis zu 25 Sekunden arbeiten.

Bei der Auflösung sieht das eh keiner …

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Geh raus in die Nacht und fotografiere
Matthias

p.s. Die 500er Regel entstand zu einer Zeit, wo noch auf Filmrollen belichtet wurde.
Da gab es noch keine elektronischen Sensoren und Pixel ;)

Artikelbild by Max Saeling on Unsplash

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